Gartentipps

Gartenkalender

August

Lückenfüllen im Gemüsegarten
Bis Ende August ist der Boden tiefgründig erwärmt, sodass sich frisch gepflanzte Setzlinge oder Aussaaten besonders schnell entwickeln. Kurzkulturen reifen so noch locker vor dem Frost. Also gleich nachpflanzen oder nachsäen, wenn Kopfsalat, Sommerkohl oder abgeerntete Gurken das Feld geräumt haben.
Besonders schnell entwickeln sich Radieschen, die jetzt innerhalb von vier Wochen die Erntereife erreichen. Sie heißen in Schwaben daher auch „Monatsrettichle".
Herbst- und Winterrettiche dagegen müssen spätestens Anfang August in den Boden.
Selten praktiziert wird die Augustaussaat von Mangold. Er liefert dann zwar keine allzu große Ernte mehr, dafür sind die ersten kleinen Blättchen besonders zart. Die Haupternte jedoch wächst im Folgejahr. Daher werden die jungen Pflanzen kurz vor dem Frost so angehäufelt, dass ihr Herz mit Boden bedeckt und vor Frost gut geschützt ist. Dann bringt Mangold gleich nach dem Winter noch eine passable Ernte, ehe er blüht.
Die Alternative zu diesem „Wintermangold" ist Spinat. August-und September-Aussaaten lassen sich noch in diesem Jahr pflücken. Ab Ende September bis Oktober gesäter Spinat reift erst im kommenden Frühjahr.
Gleiches gilt für Feldsalat. Winterharte Spinatsorten sind z. B. 'Matador' und 'Monnopa'. Beim Feldsalat empfehlen sich "Verte de Cambrai' oder 'Vit'.
Pflück- und Schnittsalat, beispielsweise 'Lollo', 'Eichblatt' oder 'Saladbowl' bringen noch reichlich Blätter. Im August ausgesäter Kopfsalat dagegen bildet nur dann ausreichend große Köpfe, wenn er ab Ende September mit Folie oder Vlies abgedeckt wird.
Asiasalate wie Tatsoi, Mizuna oder Misome wachsen ähnlich schnell wie Radieschen und bringen noch mehrere Ernten, sofern die Blätter regelmäßig abgeschnitten werden. Wird das Herz geschon, dann wachsen ständig neue Blättchen nach.
Im Sommer, bis spätestens Ende August, gesäte Petersilie keimt viel zuverlässiger und entwickelt sich schneller als Frühjahrsaussaaten. Zudem bringt auch sie, wie Mangold und Feldsalat, ab März/ April des Folgejahres eine frühe zweite und üppige Ernte.
Soll kein neues Gemüse mehr kultiviert werden, die Flächen nicht leer stehen lassen, sondern Gründünger einsäen. Aber Vorsicht mit Arten aus der Kohlfamilie wie Ölrettich, Senf oder Raps. Bitte nicht auf Flächen ausbringen, die mit verwandten Arten belegt waren oder im kommenden Jahr damit bepflanzt werden sollen. Mit keiner Gemüseart verwandt sind beispielsweise Bienenfreund (Phacelia) und Buchweizen (Fagopyrum).

  • Radieschen sind geradezu ideal als Nachkultur: Sie wachsen nicht nur schnell. Sie passen selbst in die kleinste Lücke im Beet. Steht mehr Platz zur Verfügung, säen Sie eben mehrere oder eine ganze Reihe.

  • Kopfsalat kann noch bis Ende August gepflanzt werden. Zum Aussäen ist es dann zu spät. Schnitt- und Pflücksalat sind die besseren Alternativen.

  • Im Sommer nur frisches und daher gut keimfähiges Saatgut verwenden, denn bei vielen Arten wäre es schon nach wenigen Wochen zu spät zum Nachsäen.

  • Mangold kann direkt ausgesät oder, falls im Beet noch kein Platz frei ist, auch einfach vorgezogen werden.

  • Knoblauchzehen und Wintersteckziebeln ruhig im Salatbeet stecken. Denn: Bis die Zwiebelgewächse ein Beet vollständig beanspruchen, ist der Salat längst geerntet.

  • Chinakohl und Pak Choi spätestens Anfang August aussäen und bis zum 20. August setzen. Früher gepflanzter Chinakohl bildet zuverlässiger und größere Köpfe.
Quelle: GARTENFLORA 8/17 S. 70.

Gartentipps des BV Weißensee