Gartentipps

Gartenkalender

Juli

Gießen kann eine Last sein. Vielleicht steht auch nur knappes Wasser aus der Tonne zur Verfügung. Ist außerdem der Sommer heiß und trocken, gilt es, das kostbare Nass optimal zu nutzen.
  • Welche Pflanze braucht wie viel?
    Frisch gepflanzte Gemüsesetzlinge, Krauter oder Sträucher möchten einmal richtig angegossen und danach lediglich feucht gehalten werden. Ist nach einigen Wochen das gesamte Beet durchwurzelt, bitte deutlich mehr Wasser und dies auf die gesamte Beetfläche geben, bei Obstgehölzen die komplette Baumscheibe wässern.

  • Nicht über einen Kamm scheren
    Nicht alle Gemüsearten haben die gleichen Ansprüche ans Gießen. So braucht Wurzelgemüse relativ viel Wasser, während Kopfsalat eher bescheiden daherkommt. Mediterrane Gewürzkräuter möchten sogar eher trocken gehalten werden. Indes nicht alle: Basilikum braucht eine gute und gleichmäßige Wasserversorgung. Auch Minzen, Indianernesseln und Duftnesseln stehen gern gleichmäßig feucht.

  • Wie viel hat's geregnet?
    Messen Sie, ob und wie viel natürlicher Niederschlag Ihre Beete erreicht hat, denn es kann sinnvoll sein, trotz Regens zusätzlich zu gießen. Sind jedoch erst kürzlich 15 Liter pro Quadratmeter oder mehr niedergegangen, können Sie sich den turnusmäßigen Gang mit der Gießkanne sparen.

  • Früchte brauchen einen extra Schluck
    Die Faustregel: Fruchtgemüse ab der Blüte stärker wässern und Obstgehölze, sobald die Früchte beginnen, an Volumen zuzunehmen. Denn ab jetzt müssen die Wurzeln Wasser und damit Nährstoffe nicht nur fürs Blatt- und Triebwachstum, sondern gleichzeitig für die zügig wachsenden Früchte herbeischaffen.

  • Wasser von oben?
    Nicht alle Pflanzenarten vertragen das Sprengen über Kopf, vorrangig, weil sich auf nassem Laub schnell Pilzkrankheiten breitmachen, weniger wegen des kalten Wassers aus dem Hahn. Denn in aller Regel wärmen sich die Tropfen schon beim Fallen etwas auf.

  • Knollen- und Wurzelgemüse gleichmäßig versorgen
    Radieschen, Rettich, Möhre, Knollensellerie und Pastinake dürfen nicht austrocknen. Sie wachsen sonst kaum oder werden zu scharf. Zudem steigt der Wasserbedarf mit dem Wachstum. Lediglich in den letzten zwei, drei Wochen vor der Ernte können Sie die Wasser­gaben etwas einschränken, um die Ausreife zu fördern. Im Herbst reichen natürliche Niederschläge meist aus, den Bedarf zu decken.

  • Wo stehen die Pflanzen?
    Gut besonnte Beete und bepflanzte Kübel haben einen höheren Wasserbedarf als beispielsweise Schattenbeete. Auch die gut dränierten Hochbeete und Erdbeertürme brauchen mehr Wasser. Im Zweifel einfach mal den Finger in den Boden stecken oder etwa 20 Zentimeter tief graben. So erkennen Sie sofort, wo Wasser fehlt.

  • Gleich nach dem Düngen gießen
    ... um den Dünger einzuwaschen und die Nährsalze für die Wurzeln zu lösen. Danach jedoch unbedingt auf ausreichende Bodenfeuchte achten. Sonst drohen durch die stark ansteigende Nährsalzkonzentration eine Überdüngung, mitunter sogar irreversible Wurzelschäden. Auch langsam wirkende mineralische oder organische Düngemittel können solche Verbrennungen verursachen, wenn ihre Nährstoffe bei hoher Bodentemperaturin größerer Menge freigesetzt werden und der Boden austrocknet.

  • Lieber selten viel als öfter mal wenig
    Wer beim Gießen flüssig düngt, sollte nicht öfter als einmal wöchentlich mit der Kanne durch den Küchengarten gehen. Auch sonst ist tägliches Wässern nicht anzuraten. Denn die ersten zwei Liter pro Quadratmeter verdunsten im Laufe weniger Stunden wieder. Besser ist es, einmal wöchentlich zwischen 15 und 20 Litern pro Quadratmeter zu geben.

  • Mit dem Wässern düngen
    Starkzehrer wie Kürbis, Zucchini oder Kopfkohl haben mitunter schon wenige Wochen nach der Grunddüngung einen großen Teil der verabreichten Nährstoffe verbraucht. Das Wachstum droht zu stocken. Vor allem bei Kürbisgewächsen lohnt es daher, bei jedem Gießen eine 0,2- bis 0,3%ige Nährlösung zu geben. Weniger anspruchsvolle Kulturen erhalten im Juli zweimal Flüssigdünger. Blattgemüse wird stickstoffbetont, Frucht- und Knollengemüse kalium- und phosphorbetont gedüngt.

  • Nicht zu viel auf einmal
    Mehr als 20 Liter pro Gabe und Quadratmeter führen auf schweren Böden zum Verschlammen und zu Sauerstoffmangel im Wurzelbereich. Auf leichten, durchlässigen Böden neh­men üppige Gaben beim Versickern wertvolle Nährstoffe mit in tiefe Bodenschichten und ins Grundwasser.

  • Wir stehen im Stau
    Liegen Ihre Beete tiefer als die Wege, oder bauen Sie beispielsweise Kartoffeln, Gurken oder Erdbeeren auf Dämmen an? Dann stauen Sie die Beete einfach mittels Schlauch oder Kanne an. Das Wasser hat danach ausreichend Zeit, um einzusickern.

  • Was Pflanzabstände und Wässern miteinander zu tun haben
    Dicht bepflanzte Beete haben einen höheren Wasserbedarf. Bei zu weiten Abständen wird das Gießwasser dagegen nicht optimal genutzt. Halten Sie sich an die empfohlenen Pflanzweiten auf der Saatguttüte. Die durchlässigen Sandböden speichern weniger Wasser. Hier lieber etwas mehr Raum lassen.

  • Schatten für den Wurzelraum
    Eine Mulchschicht hat gleich dreierlei Nutzen: Sie hält den Boden offen und krümelig, beschattet ihn, sodass weniger Wasser verdunstet und hält Unkrautwuchs in Schach. Sinnvoll auch auf Hochbeeten, die schnell austrocknen.

  • Hacken spart Wasser
    Wer gleich nach dem Sprengen oder nach einem Regen die Oberfläche lockert, zerstört die sogenannte Kapillarität des Bodens. So steigt weit weniger Wasser durch feine Hohlräume nach oben und verdunstet dort.

  • Guter Boden speichert mehr
    Die meisten Gartenböden profitieren von Humusgaben, zum Beispiel in Form von Kompost. Er fördert die Bodengare, die Krümelstruktur. Auf leichten Böden ist es sinnvoll, zusätzlich Ton oder Lehm beizumischen. Haben Sie nicht? Dann empfehlen sich Tonminerale aus dem Handel (Bentonit) zur Strukturver­besserung. Humus und Ton erhöhen die Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe.


Quelle: GARTENFLORA 7/18, S. 72-74

Gartentipps des BV Weißensee